Freitag, 04.04.2025

Tschick Bedeutung: Ursprung und Bedeutung des Begriffs im Detail

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In der deutschen Jugendliteratur ist der Begriff „Tschick“ mit einer markanten Doppeldeutigkeit versehen, die im gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf besonders präsent ist. „Tschick“ ist nicht nur der Name eines Protagonisten, sondern steht auch für die außergewöhnliche Freundschaft zwischen zwei Außenseitern – dem 14-jährigen Maik und dem Spätaussiedler Tschick, der aus Russland stammt. Beide Charaktere sind durch ihre individuellen Herausforderungen und ihre soziale Herkunft geprägt und erleben einen Roadtrip in einem gestohlenen Lada Niva, der sie durch die ostdeutsche Provinz bis nach Berlin führt. Während dieser Reise stehen Themen wie Sexualität, Identität und das Streben nach Zugehörigkeit im Vordergrund. Herrndorf gibt den Figuren Tiefe, indem er ihre Träume und Ängste realistisch darstellt und zeigt, wie aus ihrer Freundschaft eine Art Familie entsteht, die gegen gesellschaftliche Normen ankämpft. Diese gelungene Verknüpfung von persönlichen und gesellschaftlichen Themen hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Roman sowohl den Deutschen Jugendliteraturpreis als auch den Clemens-Brentano-Preis erhielt und die Relevanz von Tschick in der deutschen Literatur festigte.

Der Roman und Film: Tschick im Detail

Im Jahr 2010 veröffentlichte Wolfgang Herrndorf den Roman „Tschick“, der schnell zu einem modernen Klassiker der Jugendliteratur avancierte. Die Geschichte dreht sich um den 14-jährigen Maik Klingenberg, der an einem Hagecius-Gymnasium in Berlin lebt und als Außenseiter gilt. Sein Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als er den jugendlichen Spätaussiedler Andrej Tschichatschow, kurz Tschick, kennenlernt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch die ostdeutsche Provinz. Es geht um mehr als nur Flucht aus dem Alltag: Die beiden Jungs stehlen einen alten Lada Niva und erleben eine Reise voller Freundschaft und neuer Erfahrungen. Die Geschichte thematisiert die Herausforderungen bürgerlicher Verhältnisse und bietet Einblicke in die aufstrebende Identität der Protagonisten. Tschick ist ein Meisterwerk der Postmoderne, das essentielle Fragen der Jugend und der Zugehörigkeit aufwirft und eine Packung purer Eskapismus bietet.

Ursprung und Verwendung des Begriffs Tschick

Tschick ist ein österreichischer Dialektausdruck, der vor allem in der Wiener Mundart verbreitet ist. Der Begriff bezeichnet umgangssprachlich eine Zigarette oder Kippe und spiegelt die lokale Sprache und Kultur wider. Der Ursprung von Tschick ist teils im Wort „Chique“ zu finden, was für einen eleganten, stilvollen oder ansprechenden Zustand steht. Die Verwendung des Begriffs hat sich im Lauf der Zeit gewandelt, wobei Tschick zunehmend in der Jugendkultur und in literarischen Werken populär wurde. Wolfgang Herrndorf verwendete den Ausdruck Tschick in seinem gleichnamigen Roman, der später von Fatih Akin verfilmt wurde. Hier wird die Bedeutung von Tschick als Symbol für Unbeschwertheit und das Aufeinandertreffen von Freundschaft in der Nacht veranschaulicht. Die Sprache und die Begriffsdefinition von Tschick sind zudem im Duden verankert und zeigen, wie sich die Bedeutung des Begriffs über die Jahre entwickelt hat. Ob als Kautabak oder als Zigarettenstummel, Tschick steht für mehr als nur eine Zigarette; es ist ein Ausdruck von Jugendlichkeit, Freiheit und Abenteuer.

Abenteuer und Freundschaft der Protagonisten

Die Freundschaft zwischen Maik und Andrej Tschichatschow ist im Mittelpunkt ihres Abenteuers durch Ostdeutschland. Beide Protagonisten sind Außenseiter, die trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe eine tiefe Verbindung aufbauen. Während Maik mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen und der Suche nach Selbstbewusstsein kämpft, bringt Andrej eine erfrischende Emanzipation und eine unkonventionelle Sicht auf die Welt mit. Ihre Reise im Lada wird zum Symbol für Selbstfindung und die Entdeckung ihrer eigenen Identität. Auf ihrem Road Trip erleben sie nicht nur Abenteuer, sondern auch Herausforderungen, die ihre Freundschaft stärken und gleichzeitig ihre Sehnsüchte offenbaren. Die Themen erste Liebe und sexuelle Orientierung fließen in ihre Beziehung ein, während sie mit Vorurteilen und der Realität des Erwachsenwerdens umgehen. Alkohol spielt dabei eine Rolle, ermöglicht aber gleichzeitig tiefe Gespräche, die neue Ansichten eröffnen. Durch ihre Hilfsbereitschaft füreinander zeigen sie, dass wahre Freundschaft Hindernisse überwinden kann. Das Wort Tschick, das oft als Synonym für Freiheit und Unabhängigkeit interpretiert wird, erhält hier eine zusätzliche Bedeutung, die weit über die Oberfläche hinausgeht.

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